Iberogast Tinktur

Patienteninformation für Iberogast Tinktur

1.Was ist Iberogast Tinktur und wofür wird es angewendet?

1.1.Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?

Iberogast Tinktur enthält als Wirkstoffe die Auszüge aus Iberis amara (Bittere Schleifenblume - Frische Ganzpflanze), Angelikawurzeln, Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut, Süßholzwurzeln, Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten pflanzliche Arzneimittel bei Magen-Darm-Erkrankungen.

Iberogast Tinktur ist ein pflanzliches Arzneimittel bei Magen-Darm-Erkrankungen. Als Kombinationspräparat wirkt es gegen Symptome wie Völlegefühl und Meteorismus und hat zusätzlich krampflösende Eigenschaften. Weiterhin besitzt Iberogast Tinktur entzündungshemmende, karminative (blähungstreibende), antioxidative und antibakterielle Wirkungen.

Iberogast Tinktur ist apothekenpflichtig und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

1.2.Wirkstärke und Darreichungsform von Iberogast Tinktur

Flüssigkeit zum Einnehmen enthaltend in 100 ml:

- 15,0 ml Iberis amara-Auszug (Bittere Schleifenblume - Frische Ganzpflanze) (1 : 1,5 bis 2,5) Auszugsmittel: Ethanol 50 % (V/V),

- 10,0 ml Angelikawurzel-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 20,0 ml Kamillenblüten-Auszug (1 : 2 bis 4),

- 10,0 ml Kümmelfrüchte-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 10,0 ml Mariendistelfrüchte-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 10,0 ml Melissenblätter-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 5,0 ml Pfefferminzblätter-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 10,0 ml Schöllkraut-Auszug (1 : 2,5-3,5),

- 10,0 ml Süßholzwurzel-Auszug (1 : 2,5-3,5) Auszugsmittel für alle Arzneidrogen: Ethanol 30 % (V/V).

Ihr Arzt legt fest oder Ihr Apotheker berät Sie, ob diese Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.

1.3.Iberogast Tinktur wird angewendet zur

Behandlung von funktionellen und motilitätsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom einschließlich krampfartiger Beschwerden des Magen- und Darm-Traktes (Magen- und Darmspasmen) sowie zur unterstützenden Behandlung der Beschwerden bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

Diese Erkrankungen äußern sich vorwiegend in Beschwerden wie Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Übelkeit und Sodbrennen.

2.Was müssen Sie vor der Einnahme von Iberogast Tinktur beachten?

2.1.Iberogast Tinktur darf nicht eingenommen werden,

- bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den arzneilich wirksamen Bestandteilen,

- wenn Sie an Lebererkrankungen leiden oder in der Vorgeschichte litten oder wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel mit leberschädigenden Eigenschaften anwenden,

- bei Kindern unter 3 Jahren, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

2.2.Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Iberogast Tinktur ist erforderlich

Wenn Zeichen einer Leberschädigung (Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin, entfärbter Stuhl, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Appetitverlust, Müdigkeit) auftreten, sollten Sie die Einnahme von Iberogast Tinktur sofort beenden und einen Arzt aufsuchen.

Wenn bei erstmaliger Anwendung von Iberogast Tinktur die Beschwerden sich nicht bessern, sollte nach einer Woche ein Arzt aufgesucht werden, um organische Ursachen auszuschließen. Sollten sich die Beschwerden unter Einnahme von Iberogast Tinktur verschlimmern oder neue Beschwerden hinzukommen, ist grundsätzlich ein Arzt aufzusuchen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Iberogast Tinktur:

Das Arzneimittel enthält 31 Vol.-% Alkohol.

2.2.a) Kinder

Bei Kindern unter 3 Jahren darf Iberogast Tinktur nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Bei Kindern unter 6 Jahren sollte bei Bauchschmerzen grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden.

2.2.b) Ältere Patienten

Es sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

2.2.c) Schwangerschaft

Iberogast Tinktur darf von Schwangeren nicht eingenommen werden.

2.2.d) Stillzeit

Iberogast Tinktur darf von Stillenden nicht eingenommen werden.

2.2.e) Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bzw. empfohlener Dosierung von Iberogast Tinktur ist keine Beeinträchtigung der Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen zu erwarten.

2.3.Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bisher sind keine Wechselwirkungen bekannt.

2.4.Woran ist bei Einnahme von Iberogast Tinktur zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?

Bisher sind keine Wechselwirkungen bekannt.

3.Wie ist Iberogast Tinktur einzunehmen?

Nehmen Sie Iberogast Tinktur immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

3.1.Art und Dauer der Anwendung

Iberogast Tinktur wird vor oder zu den Mahlzeiten in etwas Flüssigkeit eingenommen. Vor Gebrauch schütteln!

Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer Anwendung von mehr als 4 Wochen sollten die Leberfunktionswerte (Transaminasen) kontrolliert werden.

3.2.Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

Soweit nicht anders verordnet, wird Iberogast Tinktur 3-mal täglich wie folgt eingenommen:

3.2.a) Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren

Einzel-Dosis: 20 Tropfen.

3.2.b) Kinder von 6 bis 12 Jahren

Einzel-Dosis: 15 Tropfen.

3.2.c) Kinder von 3 bis 5 Jahren

Einzel-Dosis: 10 Tropfen.

3.3.Wenn Sie eine größere Menge Iberogast Tinktur eingenommen haben, als Sie sollten

Bisher ergaben sich keine Hinweise über eine akute Überdosierung. Grundsätzlich ist aber der Alkoholgehalt zu berücksichtigen.

Wenn Sie versehentlich einmal 1 bis 2 Einzeldosen mehr als vorgesehen eingenommen haben, d. h. insgesamt 40 bis 60 Tropfen, so hat dies in der Regel keine nachteiligen Folgen. Falls Sie deutlich höhere Dosen eingenommen haben, benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt. Dieser kann gegebenenfalls über notwendige Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie Iberogast Tinktur in zu großen Mengen eingenommen haben, sollen Sie beim nächsten Mal mit der Einnahme, wie vom Arzt verordnet oder in der Dosierungsanleitung beschrieben, fortfahren.

3.4.Wenn Sie die Einnahme von Iberogast Tinktur vergessen haben,

sollen Sie beim nächsten Mal mit der Einnahme, wie vom Arzt verordnet oder in der Dosierungsanleitung in Abschnitt 3.2 beschrieben, fortfahren.

3.5.Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Iberogast Tinktur abgebrochen wird

Sollten Sie die Behandlung abbrechen wollen, so besprechen Sie dieses bitte vorher mit Ihrem Arzt.

Beenden Sie nicht eigenmächtig die medikamentöse Behandlung, weil der Erfolg der Therapie dadurch gefährdet werden könnte.

4.Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Iberogast Tinktur Nebenwirkungen haben.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten

- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

4.1.Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?

Sehr selten können Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Atembeschwerden auftreten.

Bei der Anwendung von Schöllkraut-haltigen Arzneimitteln sind Fälle von Leberschädigungen (Anstieg der Leberenzymwerte, des Bilirubins bis hin zu arzneimittelbedingter Gelbsucht (medikamentös-toxischer Hepatitis) sowie Fälle von Leberversagen) aufgetreten.

Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte das Präparat abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden.

4.2.Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.

Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht hier oder in der Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.Wie ist Iberogast Tinktur aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren! Bitte nicht über +25 °C lagern!

Sollte Iberogast Tinktur Ausflockungen oder Trübungen aufweisen, so sind diese ohne Einfluss auf die Wirksamkeit des Präparates.

Iberogast Tinktur darf nach Ablauf des auf dem Behältnis und der äußeren Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.

Nach Anbruch des Behältnisses ist Iberogast Tinktur 8 Wochen haltbar.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

6.Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

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